Geborgenheit, Sicherheit und Freiheit für unsere Kinder

„Zwei Dinge hatten wir, die unsere Kindheit zu dem machten, wie sie war – Geborgenheit und Freiheit.” - Astrid Lindgren

 „Wie erzieht ihr eigentlich?“, wurde ich vor einigen Wochen gefragt. Wen jetzt? Hund, Katze, Maus, unsere Tochter? Denn letztere .. weiß‘ nicht so Recht .. erziehen wir die eigentlich?, stelle ich mir selbst die Frage. Irgendwie sind wir doch einfach wir, ein Miteinander, ein Team.

Und dennoch muss ich zugeben, ich habe vor meinem Muttersein über neue Erziehungstrends die Augen gerollt. Dabei ist doch ein respektvoller und gewaltfreier Umgang und eine Begegnung auf Augenhöhe kein Privileg, das man erst mit voranschreitendem Alter erlangt - und deshalb alles, aber kein Trend. Sondern schlichtweg ein Menschenrecht. Vielleicht habe ich mir vor meinem inneren Auge einfach Kinder ausgemalt, die völlig außer Rand und Band ohne Rücksicht auf Verluste oder andere durch die Welt marschieren. Natürlich überspitzt geschrieben. Und dennoch dachte ich lange - Regeln und Strenge, das braucht doch jedes Kind.

Aber jetzt, da ich selbst Mama bin, verstehe ich, dass es kein Formen, kein Herumzerren, kein Verändern-wollen und keine künstlichen Regeln bedarf. Denn Kinder, die sind gut, so wie sie sind. Und ich glaube fest daran, die Welt braucht Kinder, die sein dürfen. „Wie jetzt?“, fragst du dich beim Lesen vielleicht. „Bei euch gibt es keine Grenzen?“ Aber klar! Herunter gebrochen und verkürzt kann man sagen, es gibt die natürlichen und die eines jeden einzelnen von uns. Das Wahren dieser soll unser Kind nicht durch Zwang oder Strafen lernen. Sondern die Wichtigkeit und den Sinn dahinter begreifen und sie deshalb, nicht aus Angst vor Konsequenz, wahren. Sondern weil sie ihnen wirklich etwas bedeuten und den respektvollen und liebevollen Umgang miteinander genießen.

„Aber wieso, das hat uns doch auch nicht geschadet!“ Ein Satz, den ich einfach nicht mehr hören kann. Denn sollten wir nicht alle einen anderen Anspruch an uns haben, an unsere Haltung, an unsere Verantwortung? Ich möchte, dass mein Kind nicht erst Frieden schließen muss mit seiner Kindheit.

Ich wünsche mir Sicherheit und Geborgenheit. Und eine liebevolle Kindheit, auf die du gerne zurückblickt. Denn ich sehe dich, mein Spatz. Ich möchte dich nicht formen, nicht an dir herumziehen, bis du meinen Erwartungen entsprichst. Ich vertraue. Auf dich. Und auf uns. Denn du bist genau richtig, wie du bist. Mal laut, mal leise, wild, fürsorglich, lustig, frei. Einfach du.

Ich will damit nicht sagen, dass ich niemals Fehler mache oder machen werden. Es geht nicht darum, perfekt zu sein. Das sind wir alle nicht. Aber ich bin der Überzeugung, dass unsere Kinder es verdient haben, dass wir ihnen die besten Eltern sind, die wir im Stande sind zu sein.

 

 

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