Roadtrip durch Kopenhagen und Südschweden

Los geht’s ! Wir drei. Eine Rundreise. 12 Tage durch Südschweden. Doch bevor es ins Land der Zimtschnecken und Kindheitshelden geht, beginnt unsere Reise in Kopenhagen. 

Es gibt sicher Gründe, weswegen manch einer sich gegen eine Rundreise mit Kleinkind entscheiden würde. Wir freuen uns jedoch riesig auf die kommenden Tage und sowieso auf immer aufs Reisen zu dritt. Darauf, nicht immer alles so ernst zu nehmen, sondern auch einfach mit einer großen Portion Humor an manch eine Sache zu gehen, frei, spontan und offen zu sein, Neues zu entdecken und kennenzulernen und vor allem darauf, gemeinsame Erinnerungen zu schaffen.

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Tag 1 // Hamburg - Kopenhagen

Um 5.30 Uhr starten wir in Hamburg, um die Fähre in Puttgarden zu erreichen. Wir freuen uns alle drei wahnsinnig auf diese Reise.

Tipp: Fähre und Öresund Brücke am besten mindestens 2 Wochen vor Reiseantritt buchen, dann wird es günstiger.

Hier geht es zur Buchung der Fähre

 

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Angekommen in Rødby geht es weiter nördlich, bis wir Kopenhagen erreichen. Dort angekommen führt uns unser Navi in ein beschauliches Viertel. Kleine Häuschen säumen die Straße, zwischen den Gartenzäunen blühen Wilderdbeeren. Wir parken unser Auto, vertreten uns die Beine in einem Park in der Nähe und stehen schließlich um 11.30 auf Caitlyns Türmatte. Caitlyn studiert Textildesign und wohnt in einer Wohnung, in die man am liebsten sofort einziehen möchte. In ihrem Esszimmer hat sie schon alles vorbereitet. Denn wir haben bei Caitlyn einen Textilkurs für unsere 3-jährige Tochter Yuna gebucht, bei dem mit Gemüse eine Tasche bedruckt wird. Es duftet nach frischen Zimtschnecken und wir genießen Holunderschorle und zuckersüße Erdbeeren. Schon jetzt fühlen wir uns bei soviel Gastfreundschaft derart wohl, dass die Zeit wie im Fluge vergeht. Schon steht Yuna da, stolz strahlend mit ihrer selbst gemachten Regenbogentasche, die sie die ganze Reise und hoffentlich noch länger begleiten und an dieses wunderbare und einzigartige Erlebnis erinnern wird. Auf Caitlyns Kurse bin ich durch Zufall gestoßen und kann sie wärmstens empfehlen. Nicht nur für Yuna war es ganz wunderbar, sondern auch für uns war es ein ganz besonderer Vormittag mit einer Kopenhagenerin, die ihr Herz am rechten Fleck trägt und uns eine zauberhafte Zeit in ihren vier Wänden bereitet hat.

Tipp: Bei AirBnB kann man nicht nur Unterkünfte, sondern auch Entdeckungen, sprich Erlebnisse, Kurse und Workshop mit Locals vor Ort buchen.  

 

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So sind wir auch auf die Fahrradtour von Andreas gestoßen, zu der wir am Nachmittag aufbrechen, nachdem Yuna einen langen Mittagsschlaf im Auto gehalten hat. 

 

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Andreas über seine Cargobike Tour des Glücks:

"Mein wichtigster Antrieb war und ist, Reisenden aus der Welt den wahren Schatz, den Dänemark verbirgt, zu zeigen: Die Lebensweise.
Gleichheit und Solidarität, kombiniert mit Freiheit führen im Norden zur grössten Zufriedenheit der Welt. In dieser Tour versuche ich meinen Gästen nahe zu bringen, welches die wirklichen Schlüssel zu mehr Zufriedenheit in unserer Gesellschaft sind. Anstatt an Wirtschaftswachstum, sollten sich Politiker viel mehr an der Zufriedenheit der Bevölkerung orientieren und es hat sich herausgestellt, dass es nicht nur mehr Arbeitsplätze braucht, sondern auch mehr Vertrauen, öffentliche Plätze für Sport und Gemeinschaftliches, Grösszügigkeit und Toleranz. Auf meiner Tour will ich erlebbar machen, wie diese Werte in Skandinavien gelebt werden, weil ich glaube, dass Länder wie die USA, Schweiz, Frankreich oder Deutschland in diesem Bereich noch einiges lernen können von den Skandis.
Cargobikes sind für eine Stadterkundung eine ideales Transportmittel, weil wirklich jedermann mitfahren kann. Ich habe öfters Gruppen mit 3 Generationen, wo also die Grosseltern mit den Kindern und Enkeln unterwegs sind. Auch Rollstuhlfahrer und Hundebesitzer kommen gerne mit auf die Tour. So kann mein Slogan "Together Outside" durch die Cargobikes wirklich gelebt werden kann, sind diese Gefährte auch ideal um eine grössere Strecke abzufahren. Ausserdem macht es Spass mit den E-Bikes zu fahren oder aus der Kiste raus Photos zu schiessen und die Stadt zu entdecken.
Mehr auf Loop-tours.com und @looptoursCPH

 

 

Nach der Fahrradtour checken wir in unserem Hotel ein. Wobei es sich eher anfühlt, als wären wir mal eben ans andere Ende der Welt geflogen. Natürlich könnte ich euch diesen sonderbar wunderschönen Ort beschreiben, aber ich glaube, ich lasse die Bilder einfach für sich sprechen.

 

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Wir haben ein Zimmer direkt auf der Ebene des Pools erwischt - perfekt! Denn nach dem Essen können Tim und ich den Abend am Pool ausklingen lassen, während Yuna drei Meter entfernt mit geöffneter Zimmertür von unserem ersten Urlaubstag träumt. Nach unserem langen Tag entschieden wir uns übrigens für ein schnelles Essen auf der hoteleigenen Dachterrasse, das lecker, aber leider überteuert war. Dies gilt ebenfalls für das Frühstück. Wir empfehlen daher außerhalb in einem der zig tollen Restaurants zu speisen, die Kopenhagen zu bieten hat. 

Hotel: Manon Les Suites

Tipp: Die Preise des Hotels schwanken enorm je nach Reisezeitraum, deshalb empfehlen wir, verschiedene Termine zu prüfen, wenn möglich.

 

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Bei unserer Suche nach Unterkünften stellten wir schnell fest, dass Kopenhagen nicht günstig zum Übernachten ist. Ich verlinke euch im Folgenden ein paar verschiedene Übernachtungsmöglichkeiten für Kopenhagen, die wir ebenfalls in unserer engeren Wahl hatten:

- Nicht ganz günstig, aber ein absoluter Traum: Das Design Hausboot

- 1 Schlafzimmer / ab 66 EUR die Nacht: Lovely Room, near Metro, free Parking

- Wohnung in Frederiksberg ab 127 EUR die Nacht

- Apartment mit Balkon ab 107 EUR die Nacht

- Designer Loft ab 188 EUR die Nacht

Sommerhaus am See / etwas außerhalb

- Loft mit eigenem Garten ab 80 EUR die Nacht

Alternativ hat Kopenhagen traumhafte Hotels zu bieten.

 

Tag 2 // Kopenhagen - Malmö

Am nächsten Morgen machen wir uns nach einer Poolrunde mit Yuna und anschließendem Frühstück auf den Weg, um Kopenhagen zu erkunden. Wir bummeln durch die Sankt Peders Stræde, kaufen Zimtschnecken und landen schließlich spontan in einem Tattoostudio. Tim und ich bringen also jeweils ein Mitbringsel der etwas anderen Art mit nach Hause. 

 

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Kopenhagen hat übrigens tolle Spielplätze zu bieten, perfekt für einen Städtetrip mit Kindern.

 

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Anschließend brechen wir Richtung Tivoli auf. Den Eintritt ins Tivoli sparen wir uns jedoch aufgrund des vollen Eintrittspreises, den wir eine Stunde vor Schluss hätten zahlen müssen. (Beachtet: Bereits im Internet haben wir vorab gelesen, dass der Tivoli zweifelsohne schön, aber extrem teuer sein soll. Und tatsächlich, man zahlt Eintritt und zusätzlich die Kosten für jedes einzelne Fahrgeschäft.)

Wir drei entscheiden uns dagegen, genießen stattdessen fantastisches Smørrebrød in der benachbarten Tivoli Food Hall und brechen anschließend zu unserer nächsten Station auf. Über die Öresundbrücke geht es weiter nach Schweden. Und bereits nach kurzer Fahrtzeit erreichen wir unser Häuschen vor den Toren Malmös.

 

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Auf einem wunderschönen kleinen Hof wohnt Hanna mit ihrem Mann und ihren zwei Töchtern. Das Nebengebäude haben die vier liebevoll ausgebaut und hergerichtet und vermieten das Gästehaus seitdem auf AirBnB. In unserem Kühlschrank finden wir Eier der hofeigenen Hühner. Wir bringen unser Gepäck hinein, fühlen uns sofort wohl und freuen uns auf die folgenden zwei Nächte.

 

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Tag 3 // Malmö

Am nächsten Morgen müssen natürlich als erstes die Hühner begrüßt werden. Unsere Nacht in der gemütlichen Schlafnische war übrigens himmlisch. Anschließend darf Yuna aufs Trampolin der Gastgeber. Nicht nur unsere Tochter fühlt sich hier pudelwohl.

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Danach brechen wir auf an den Strand. Wir bauen Sandburgen, machen einen langen Spaziergang und sammeln Steine und Muscheln. 

 

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Nach unserem Vormittag am Meer haben wir alle drei Hunger und kehren in die Malmö Saluhall ein. Unbedingt vorbeischauen, wenn ihr in der Gegend seid! Man kann dort fantastisch essen und gleichzeitig Picknickkörbe auffüllen oder für die Liebsten daheim Mitbringsel shoppen.

 

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Anschließend folgen wir einem Tipp aus unserem Reiseführer und parken in der Celsiusgatan vor einem alten Lagerhaus. In diesem verbirgt sich ein Flohmarkt der etwas anderen Art. Hier findet man über den schrecklichsten Kitsch, über Mikrowelle aus dem vorletzten Jahrhundert, bis hin zu genialen Retromöbeln, die ich am liebsten sofort einpacken möchte, so ziemlich alles. 

 

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Weiter geht es in den Stadtteil Davidshall. Wir werden von einem nicht endenwollenden Regenschauer überrascht, nehmen es aber mit Humor und retten uns von Laden zu Laden. Davidshall ist perfekt zum Bummeln und die kleinen Geschäfte sind wirklich traumhaft.

 

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Meine Favoriten: 

Florista

Designtorget

Lakritsroten - Malmö

Ab Småland 

Besonders letzterer Laden bleibt mir lange in Erinnerung. Eine Mischung aus hippen Einrichtungsteilen, Kleidung, Pflanzen und genialen Vintagemöbeln. Außerdem gibt es ein Café und ein Atelier, in welchem Workshops angeboten werden. Ein weiteres Highlight: die Retro-Spielecke für die Kids. Hier findet man einen Kaufmannsladen, Vintage Sportgeräte und einen Maltisch. Ein Ort, an dem wir Tage hätten verweilen können und an dem man sich nur schwer sattsehen kann.

 

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Zum Abschluss des Tages kehren wir in ein Café der besonderen Art ein. Man parkt ein Stück abseits und geht entlang eines kleinen Baches in den Schlosspark. Mitten im Park findet sich eine altes Gewächshaus, das nun als Café fungiert. Hier im Slottsträdgårdens Kafé gibt es Kuchen, Zimtschnecken und kleine Leckereien.

 

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Tag 4 // Malmö - Hässleholm

Am nächsten Morgen brechen wir zu unserer nächsten Unterkunft auf. Aber nicht ohne auf dem Weg dorthin das Land zu erkunden. Als erstes machen wir in Falsterbro Halt. Ein langer Sandstrand mit seichtem Wasser und Blick auf bunte Strandhäuschen. N 55° 24' 28'' E 12° 50' 48''

 

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Auf dem Weg liegt ein Bauernhof, bei dem wir eine Pause einlegen, im Garten spielen, Kuchen essen und Ziegen füttern. Ab mittags kann man selbst Obst pflücken und wir treten die Weiterfahrt mit einem Korb voller zuckersüßer Erdbeeren an. Die Erdbeeren halten genau 2 Kilometer, so lecker sind sie.

Auf dem Hof Hallongården kann man nicht nur Erdbeeren, sondern je nach Jahreszeit auch Blaubeeren und Himbeeren pflücken.

 

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Danach geht es weiter nach Skivarp - ins Hörte BryggaEin kleines Häuschen mitten im Nirgendwo. Über eine kleine Brücke gelangt man auf die gemütliche Terrasse, von der aus man einen wunderbaren Blick über das Meer erhascht. In der winzigen Küche bestellt man Holunderschorle und einen Picknickkorb, bestückt mit allerlei Köstlichkeiten, die man entweder auf einer der mit Schaffellen dekorierten Bänke oder auf der Wiese am Wasser genießen kann. Ein Ort, an dem die Seele ganz automatisch baumelt, und man aus dem Staunen über die vielen verschiedenen und einzigartigen Geschmäcker kaum noch herauskommt. 

 

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Weiter geht's Richtung Norden. Auf dem Weg halten wir noch an einem Flohmarkt an der Straße.

Tipp: Achtet auf 'Loppis' Schilder am Wegrand. Kleine (Haus-)flohmärkte, die zum Teil echte kleine Schätze zu bieten haben. 

Wir kommen nachmittags in unserem Häuschen an, das wir für die nächsten 3 Nächte gemietet haben. Das erste, was Yuna bei unserer Ankunft sagt, ist: "Wow! Hier sieht es ja aus wie bei Findus!" Und ja, da müssen wir ihr Recht geben: über eine Kiesauffahrt gelangen wir zu zwei roten Schwedenhäuschen. Unsere Vermieter wohnen ebenfalls auf dem Hof, haben 3 Kinder und das Gästehaus selbst ausgebaut. Es gibt Hühner, Fahrräder und ein Boot zum Leihen, einen Ofen, einen kleinen Spielplatz und ganz viel Gastfreundschaft. Und das alles für einen Schnäppchenpreis von 35 EUR die Nacht.

 

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Tag 5 // Hässleholm

Den nächsten Vormittag verbringen wir erst im Garten und später in Hässleholm, erkunden kurz die Stadt und decken uns im Supermarkt ein.

 

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Nachmittags machen wir uns auf den Weg nach Markaryd in den Smålandet Elchpark. Auf dem gepflegten Gelände gibt es ein Café, eine Aussichtsplattform, einen Spielplatz und ein Ziegengehege. Wir buchen eine Elchsafari und besteigen wenig später die dafür bereitstehenden Wägen.

Tipp: Man kann alternativ auch mit seinem eigenen Auto die Safari machen, dann ist es sogar noch etwas günstiger.

 

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Ich habe bereits in der Vergangenheit Elchsafaris gemacht und diese gefiel mir persönlich im Vergleich am Besten. 

Im Vorfeld bekommen wir Zweige, die wir während der Tour an die der Elche verfüttern können, die Lust und Appetit haben. So erleben wir diese beeindruckenden Tiere aus nächster Nähe und Yuna ist natürlich ganz verzaubert.

 

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Wieder zurück in unserem Gästehaus schlagen unsere Vermieter vor, ihre Räder auszuleihen, um eine Abendrunde zum See zu drehen. Die Bikes sind elektrisch und wir düsen über Feldwege bei sommerlichen Temperaturen an Feldern entlang, durch verwunschene Wälder, bis wir schließlich den See erreichen. An diesem genießen wir die Abendsonne und lassen den Tag ausklingen.

 

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Tag 6 // Hässleholm

Am nächsten Morgen beschließen wir kurzer Hand, einen Ausflug nach Jönköping zu machen. Wir bummeln durch eine der vielen Einkaufsgassen und gehen anschließend in einem der genialsten Restaurants essen, in denen ich jemals war. Also, wenn ihr in der Nähe seid, stattet dem STUK unbedingt einen Besuch ab. Nicht nur optisch ist dieses Café ein Hingucker, auch das Essen ist einfach nur himmlisch.

 

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Unsere liebsten Läden in Jönköping:

- Fabriken / Einrichtung und Mode

- Krakel Kläder och kul / ein süßes, kleines Geschäft für Kinder

- Lagerhaus / Cooler Schnick Schnack für Mensch und Heim zu schmalen Preisen

 

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Wir spazieren noch ein wenig am Wasser entlang, bevor wir uns wieder ins Auto begeben. Während Yuna ihren Mittagsschlaf macht, fahren wir spontan noch weiter in den Norden Richtung Gränna - eine Kleinstadt bekannt für die Herstellung von Zuckerstangen. Traditionell sind diese rot-weiß gefärbt und werden von den Schweden Polkagris genannt. In den vielen kleinen Läden kann man jedoch nicht nur Zuckerstangen, Bonbons und Süßigkeiten aller Formen und Farben erwerben, sondern zudem bei der Herstellung dieser zuschauen.

 

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Leider war es an diesem Tag bereits zu spät, aber ich war vor ein paar Jahren schon einmal dort und kann einen Abstecher nach Visingsö empfehlen. Eine Insel, die man von Gränna aus in kürzester Zeit mit der Fähre erreicht. 

 

Tag 7 // Hässleholm - Vimmerby

Am nächsten Morgen laden wir bereits nach dem Frühstück unsere Koffer ins Auto. Nicht, weil es uns bei Jenny & Joakim nicht gefallen hat, im Gegenteil, sondern, weil wir einen langen Tag vor uns haben. Denn heute brechen wir auf nach Vimmerby. Auf dem Weg dorthin haben wir auf unserer Karte aber noch ein paar Stationen markiert, bei denen wir Halt machen möchten. Die erste davon führt uns nach Växjö, wo wir uns in der PM & Vänner Bageri mit Zimtschnecken und kleinen Köstlichkeiten für die Fahrt eindecken. Die Vitrinen sind voll mit den leckersten Gebäcken und Gerichten, die Schweden zu bieten hat, und wir können uns nur schwer entscheiden. Was wiederrum dazu führt, dass wir uns zusätzlich zu unserem Proviant ein zweites Frühstück vor Ort gönnen.

 

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Tipp: Zum Café gehört ein Hotel, das laut unseres Reiseführers ziemlich gut sein soll. Das nächste Mal planen wir auf alle Fälle eine Nacht in diesem ein.

Nach der köstlichen Stärkung führt uns unser Weg weiter in einen Wald westlich der Straße 31, nördlich von Klavreström. Hier findet man neben unglaublicher Natur einen eigens errichteten Park, in dem verschiedene Abenteuer und Attraktion angeboten werden. Hier kann man für einen kleinen Preis von einer Hängebrücke aus den Ausblick über die småländische Landschaft genießen. Oder aber man nimmt seinen Mut zusammen und meldet sich vorab bei einer der Ziplines an. Little Rock Lake AB ist mit einem zusammenhägenden Bahnsystem von 4 km Nordeuropas längste Zipline. Weitere Angebote und Informationen zu Preisen und Öffnungszeiten findet ihr hier.

 

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Auf dem Weg nach Vimmerby halten wir mal wieder an einem Loppis an und erwerben einen Blumenrahmen für Yunas Kinderzimmer und Blümchengeschirr - beides so kitschig, dass ich es schon wieder cool finde.

 

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Angekommen in Vimmerby folgen wir einem Tipp aus unserem Reiseführer und parken kurze Zeit später vor Ingebo Hagar - einem Hof mit Ekocafé, Tieren, Hofladen und jede Menge Spielzeug und Entdeckungen für Kinder. Wir lasen, dass man sich ebenfalls Picknickkörbe ausleihen kann, um diese in dem großen Garten genießen zu können. Leider sind wir jedoch zu früh dran (die Hauptsaison startet in einer Woche). Wir trauen unseren Augen kaum, als uns die Besitzerin dennoch Teller mit Broten, Zimtschnecken und Getränken in den Garten bringt. 

 

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Abends kommen wir in unserer Unterkunft für die Nacht an: ein Feriendorf, das zur Astrid Lindgren Värld gehört, die wir am nächsten Tag besuchen möchten. Während wir einchecken, entdeckt Yuna bereits ihr erstes Highlight: neben der Rezeption gibt es eine Ecke für die Kinder, in der sie sich mit allerlei Retroartikeln aus der Zeit von Michel und Madita verkleiden können. Hüte, Perlenketten und Spitzenkleider können in vergoldeten Spiegeln bestaunt werden. Yuna könnten wir glaube ich die ganze Nacht hinerlassen, sie kann sich gar nicht sattsehen an all den Schätzen.

 

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Aber erst einmal beziehen wir unser kleines, gelbes Häuschen für die Nacht. Zweifelsohne ist das Dorf enorm süß gestaltet und auch die Inneneinrichtung ist wirklich gemütlich. Man muss jedoch Bettbezüge und Handtücher von Zuhause mitbringen oder man leiht sich beides für einen Preis, bei dem wir uns fragen, ob wir die Textilien gerade wirklich geliehen oder nicht doch gekauft haben. Zusammenfassend ist der gesamte Aufenthalt relativ teuer. Für eine Nacht kann man es mal machen, für einen längeren Aufenthalt bevorzugen wir persönlich Unterkünfte, bei denen man ein wenig mehr für sich ist.

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Wir verbringen den Abend auf dem zuckersüßen Spielplatz vor der Tür und genießen die letzten Sonnenstrahlen.

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Tag 8 // Vimmerby - Rønneby

Wir haben das Frühstück dazu gebucht, im Nachhinein würden wir im Hinblick auf Preis und Leistung empfehlen, euch dort selbst zu versorgen.

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Anschließend checken wir aus und holen unsere Eintrittskarten für den Park ab. Ich war bereits vor fast 10 Jahren im Astrid Lindgren Land und habe es wirklich schön in Erinnerung. Aber mit meiner Tochter an der Hand alles noch einmal zu erleben und zu erkunden, übertrifft all meine Erwartungen. Ich bin überwältigt von Yunas tiefer Freude. Sie hüpft und springt und ihre Aufregung erreicht ihren Höhepunkt als sie ihrem größten Kindheitsheld gegenüber steht: Pippi Langstrumpf. Seit Monaten lesen wir die Bücher rauf und runter, schauen die Uraltverfilmung, die ich bereits in meiner Kindheit gesehen habe, zusammen auf dem Sofa. Und heute, da ist es soweit, der Tag, auf den sie so lange hingefiebert hat. Die Theaterstücke sind alle auf schwedisch und ich bin überrascht, dass sich Yuna eines nach dem anderen anschauen möchte. Zwischendurch toben wir auf den Spielplätzen, erkunden die kleinen Miniaturhäuser und all die kleinen und großen Überaschungen, die der Park bereit hält.

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Wir streicheln mit Michel und Alfred die Pferde in Katthult, gießen mit Ida und ihrer Mutter die Blumen, erleben das Schauspiel von Ronja auf der Matthisburg, verstecken uns mit Karlsson vom Dach in einem Küchenschrank, besuchen Lotta und Tante Berg und so vieles mehr. Ein unglaublicher Tag, von dem unsere Tochter noch lange schwärmt. 

Ein Zitat von Astrid Lindgren lautet: "Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war." ... und genau das habe ich. Zwischen Pippi, Ronja, Lotta, Michel und all den anderen Kindheitshelden, die nicht mehr nur die meinen, sondern auch die meiner Tochter geworden sind. Und mich, mich macht es unglaublich glücklich, dieses Stückchen Kindheit mit ihr teilen zu können. Denn es zeigt, dass manche Magie nicht verloren gehen kann.

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Abends geht es für uns weiter nach Rønneby und wir beziehen unser Zimmer für die nächsten zwei Nächte.

Tag 9 // Rønneby

Das Hotel, welches wir gebucht haben, verfügt über eine große Gemeinschaftsküche, und über liebevoll eingerichtete Zimmerchen. Unseres ist sehr klein und liegt zur Straße raus. Das Frühstück ist gut und die Besitzer, ein älteres Ehepaar, sehr freundlich. Aufgrund der Lage (direkt an der Bahn und Schnellstraße und direkt in Rønneby - es gibt vermutlich nettere Städtchen in Schweden) würden wir das Hotel dennoch eher für die Durchreise, nicht für einen längeren Aufenthalt, empfehlen.

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Wir machen uns auf den Weg nach Kalmar, einem süßen Küstenstädtchen. Leider sind jedoch fast alle Restaurants, Läden und Café aufgrund des anstehenden Midsommarfestes geschlossen. Falls ihr jedoch einmal in der Gegend seid, plant auf alle Fälle einen Besuch ein. Wir waren vor zwei Jahres schon einmal hier und es hat uns wirklich gut gefallen. Besonders der Vintageshop NORDSOOL in einer alten Lagerhalle ist mir im Gedächtnis geblieben - ein absolutes Highlight. 

Also ändern wir spontan unsere Pläne und fahren weiter auf die benachbarte Insel Öland. Wir können uns kaum satt sehen an der wunderschönen Landschaft, lauschen dem Meeresrauschen und kehren schließlich in ein Restaurant am Wegesrand ein, das sich als echter Geheimtipp entpuppt. Uns wird der beste Lachs serviert, den wir je gegessen haben, und staunen im Anschluss nicht schlecht, als wir den geringen Rechnungsbetrag auf dem Beleg entdecken.

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Auf dem Rückweg googlen wir, ob es in der Nähe die Möglichkeit gibt, an einem Mittsommerfest teilzunehmen. So landen wir auf einem weitläufigen Gelände in der Nähe von Kalmar, auf dem sich kleine Buden mit schwedischen Nationalgerichten, Süßem und Handgemachtem finden. Außerdem gibt es eine typische Midsommarstång - ein mit grünen Blättern geschmückter Baumstamm, um den in Nationalgewändern getanzt wird. Ein wirklich schönes Ereignis, das wir drei ganz gespannt verfolgen.

Traditionell werden zu Mittsommer Blumenkränze getragen. Unverheiratete Mädchen pflücken sieben Sorten wilder Blumen von sieben verschiedenen Wiesen, die sie in der Nacht unter ihr Kopfkissen legen. Der Legende träumt man anschließend von demjenigen, den man irgendwann einmal heiraten wird. 

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Auf dem Gelände gibt es zudem einen großen Spielplatz - Skälby Lekplats, auf dem wir noch einige Zeit verbringen, bevor es weiter geht.

Den Abend lassen wir am Meer ausklingen - im Almö Naturreservat.

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Tag 10 // Rønneby - Helsingborg

Am nächsten Morgen machen wir uns nach dem Frühstück auf den Weg in die Höganäs Saluhall - eine alte Markthalle, in der man neben allerlei kulinarischen Köstlichkeiten ebenfalls Einrichtungs-, Mode- und Kinderläden zu finden gibt. Oder aber man kehrt in eines der Restaurants, die man ebenfalls in der Halle findet, zum Essen ein. Wir decken uns mit Oliven, Zimtschnecken, frisches Brot, Obst, Käse und weiteren Leckereien ein, um am Abend am Strand zu picknicken. 

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Weiter geht es nach Mölle - einer kleinen Küstenstadt nördlich von Helsingborg. Die Landschaft erinnert uns an Ferien auf Saltkrokan und wir verbringen den Vormittag am Meer. 

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Zum Mittagessen gehen wir in die wenige Meter entfernte Brandstation - eine alte Feuerwache, die heute als Café und Restaurant dient. Das Essen ist himmlisch und die Einrichtung sowieso.

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Wir haben Lust auf etwas Süßes, weshalb wir uns zum Nachtisch Kuchen in der Mölle Krukmakeri bestellen - ein sympathisch skurriles Café in Mölle, in dem man selbstgetöpferte Keramik kaufen kann. Klingt komisch, aber muss man womöglich selbst gesehen habe: Yunas Highlight war die Diskotoilette.

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Anschließend folgen wir einem Pinterest Tipp. In Mölle findet man Kullaberg - einen Nationalpark mit einer fantastischen Aussicht, zweifelsohne. Jedoch wahnsinnig überlaufen und es ist nicht ganz leicht die unteren Bilder zu schießen, ohne das man eine Schar fremder Menschen mit ablichtet.

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Auf dem Weg in unser Hotel für die Nacht halten wir in Strandbaden, parken unser Auto etwas abseits und laufen mit unseren Picknickeinkäufen durch den Wald zum Strand. Es ist der perfekte letzte Abend dieser Reise. Fantastisches Essen, wir drei zusammen, Abendsonne, Strand und Meeresrauschen. Wir genießen den Abend in vollen Zügen, essen, lachen, toben am Strand und machen uns irgendwann auf den Weg ins Hotel.

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Ursprünglich wäre unsere Reise nun zu Ende gewesen, spontan buchten wir während der Reise eine weitere Nacht hinzu und änderten unsere Pläne. Eigentlich wären wir zurück auch wieder über die Öresundbrücke gefahren. So konnten wir jedoch noch Helsingborg und ein Stück der Westküste erkunden - eine sehr gute Entscheidung, wie der Tag uns zeigte.

Unser Hotel, in das wir einchecken, ist der Wahnsinn. Ein historisches Gebäude aus dem 19. Jahrhundert, direkt neben dem Burgturm Kärnan und dem Stortorget Platz gelegen. Das Vault Hotel mit seinen hohen Decken, den großen Fenstern und seiner genialen Einrichtung zieht einen sofort in ihren Bann.

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Tag 11 // Helsingborg - Hamburg

Am nächsten Morgen genießen wir ein fantastisches Frühstück im Hotel. Um 15 Uhr geht unsere Fähre ab Helsingborg. Also haben wir noch ein bisschen Zeit und entscheiden uns für einen letzten Ausflug zum Meer, bevor es heim geht.

Wir treffen uns mit Freunden, die auf der Durchreise nach Schweden sind, und die Kinder können zusammen am Strand spielen. Vom Strandabschnitt hat man Blick auf die Badehäuser des Pålsjöbaden Helsingborg - eines der ältesten Kaltbadehäuser der Stadt.

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Es ist also soweit, wir fahren auf die Fähre, die uns innerhalb einer halben Stunde nach Helsingør bringt. Weiter geht's durch Dänemark nach Rødby und weiter mit der Fähre nach Puttgarden. 

Ein wenig Wehmut stellt sich ein, denn dieser Urlaub ist wie im Fluge vergangen.

Tipp: Übrigens, in vielen Läden und sogar auf dem Erdbeerhof konnte man nicht mehr mit Bargeld, sondern ausschließlich mit Kreditkarte bezahlen - deshalb unbedingt einstecken und parat haben.

12 Tage, 6 Unterkünfte, fast 3000 Kilometer und unzähligen Erlebnisse später können wir sagen: diese Reise war eine der besten Ideen, die wir je hatten!

Zögert nicht, eure Komfortzonen zu verlassen, Orte zu besuchen, an denen ihr noch nie ward, Glaubenssätze fallen zu lassen, neue Welten zu entdecken, nicht bloß an das Ankommen zu denken, Schlaglöcher mit Humor zu nehmen, statt sie über den Wert eurer Reise entscheiden zu lassen, neue Wege zu finden, Pläne über Bord zu werfen und spontan zu sein. Manchmal gehört dazu auch eine ganze Portion Mut, Geduld und guter Humor. Aber es lohnt sich! Ich glaube, gerade in unserer heutigen Welt ist es schwerer denn je, seine eigenen Erlebnisse nicht an denen anderer zu messen. Wir brauchen oft viel weniger, als wir glauben, um glücklich zu sein. Wenn wir darauf vertrauen, können wir die schönsten Momente am intensivsten genießen. 


Zusammen möchten wir noch so oft mutig sein, neue Wege finden, Abenteuer erleben und dabei alles aufsaugen, in der Hoffnung, es niemals zu vergessen.

 

UNSERE REISEBEGLEITER:
Bei der Suche nach Unterkünften, Unternehmungen, Cafés und Restaurants hat uns neben Google, AirBnB und Pinterest vor allem dieser Reiseführer geholfen. Dieser enthält außerdem die große Reisekarte von Südschweden, die wir zum Planen unserer Route genutzt haben.

 

     

Für die Pippi Fans, hier die Bücher, die hier im Hause der große Hit sind und uns auch auf unserer Reise begleitet haben.

Pippi Langstrumpf (farbig) (Schwedisch) Gebundenes Buch – Illustriert

 

Unsere Fotos schießen wir mit unserem iPhone X und einer Olympus PEN, welche wir mit einem zusätzlichen Objektiv, nämlich einer 45mm Festbrennweite ausgestattet haben

Olympus M.ZUIKO Digital ED 45mm F1.8 Objektiv, silber

 

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