Die Westküste Portugals - Sintra, Cascais, Azenhas do Mar und Umgebung

Nach unserer großartigen Zeit auf Madeira geht es zurück aufs Festland. Wir holen unser Auto ab, das wir in Lissabon untergestellt hatte, da im Winter keine Autofähren nach Madeira fahren. Mit dem Auto geht es ca. 30 Kilometer westlich an die Küste. Wir erreichen Azenhas do Mar, ein kleines Dörfchen am Meer, in dem wir eine Wohnung gemietet haben. Wir fühlen uns bei der Ankunft gerade deshalb heimisch, denn das Wetter erinnert an Hamburg. Sprühregen, nasse Kälte und grauer Himmel. Was soll's, das kennen wir ja und ein paar Tage später lässt sich die Sonne immer mal wieder für ein paar Stunden blicken, was uns richtig schöne und warme Stunden am Strand ermöglicht.

In diesem Blogpost habe ich unsere liebsten Orte in der Umgebung zusammengefasst - los geht's.

Cascais

Während unserer Zeit in Azenhas do Mar fahren wir mehrmals nach Cascais. Zum einen mögen wir die Fahrt an der Küste entlang. Zum anderen gefällt uns Cascais direkt beim ersten Besuch wahnsinnig gut. Die kleine Küstenstadt liegt an einer sandigen Bucht etwa 25 Kilometer westlich von Lissabon. Zu dieser Jahreszeit ist es hier noch nicht so voll, was dem Ort sehr zuspielt. Denn wir bummeln ganz in Ruhe durch die Gassen, schlendern am Strand entlang und lassen uns die Sonne auf die Nase scheinen. Bei unserem ersten Besuch ist ein Riesenrad aufgebaut, auf dem wir ein paar Runden drehen - sogar inklusive Tim (wer uns auf Instagram folgt, weiß bestimmt um Tims Höhenangst.) Das Riesenrad wurde jedoch abgebaut, aber es gibt eine tolles Karussell, in das sich Yuna total verliebt hat. Und ich ehrlich gesagt auch, denn das Vintage Karussell auf dem Marktplatz ist wirklich traumhaft schön.

                 

Ein weiterer Tipp in Cascais ist das Hífen - ein Restaurant, auf das wir zufällig stoßen und in dem wir insgesamt drei Mal während unseres Aufenthaltes essen. Von außen eher unscheinbar, von innen der Knaller! Super schöne und modere Einrichtung, toller Service, kinderfreundlich und himmlisches Essen. Richtig gute und interessante Kombinationen - und das zu wirklich fairen Preisen. Eine absolute Empfehlung von uns.

     

 

Sintra

Sintra ist die nächstgrößere Stadt von unserer Wohnung in Azenhas do Mar aus. Im Vorfeld stoße ich bei meinen Recherchen über die Umgebung immer wieder auf den Ort, der vor allem für seine zum Teil jahrhundertealten Paläste bekannt ist. Seit 1995 ist Sintra ein UNESCO Weltkulturerbe. Sintra lockt jährlich eine Vielzahl von Touristen aus aller Welt an und ist leider längst kein Geheimtipp mehr. Deshalb empfehle ich auch an dieser Stelle nochmal: wenn ihr plant, Lissabon und die Umgebung zu besuchen, plant euren Trip in der Nebensaison. Die Hotels, Flüge und Mietwägen sind günstiger und die Gegend noch nicht so überfüllt wie im Hochsommer. 

   

Die Altstadt von Sintra gefällt uns besonders gut. Wir parken am Bahnhof und machen einen Spaziergang über die hügelige Straße, die sich bis zur Altstadt hoch schlängelt. Der Nebel hängt in den Bergen, die Sonne bricht durch die Wolken und der Wind lässt die Blätter der vielen Bäume rings um uns rascheln. Wir laufen durch die Gassen, lauschen lange einem Paar, das Musik macht und singt und machen uns schließlich auf den Heimweg.  

 

Gemeinsam mit Caro besuchen wir außerdem an einem Abend während ihres Besuches ein Schloss namens Quinta da Regaleira. Das Anwesen umfasst ein Hauptgebäude bzw. einen Palast, eine Kapelle und einem großzügigen Park mit Seen, Grotten, Brunnen, Brücken und einem unterirdischen Tunnelsystemen. Wir sind an diesem Abend fast die einzigen Besucher und sind wirklich überwältigt von diesem Zusammenspiel aus Prunk, Natur und Architektur. 

         

Ein paar Tage später beschließen wir nach dem Einkaufen, einen etwas anderen Nachhauseweg zu nehmen. Tim setzt uns in vor dem Museum für Moderne Kunst in Sintra ab und fährt mit dem Auto heim, während wir zur Haltestelle der Sintra Atlãntico schlendern - eine historische Straßenbahn, die Sintra mit dem Küstenort Praia das Maçãs (auf deutsch 'Apfelstrand') verbindet. Die Sintra Atlãntico fährt diese Strecke seit 1904. Die Fahrt dauert etwa 45 Minuten und ist eine beliebte Touristenattraktion. Im Sommer kann es deshalb ziemlich voll werden und es lohnt sich früh dort zu sein. Aber jetzt im Februar fahren wir doch tatsächlich alleine die Strecke. Die Fahrt ist gemächlich und etwas ruckelig, was Yuna irgendwann in den Schlaf fallen lässt. Wir kommen an Höfen, Feldern, Wäldern und Örtchen vorbei. Caro, Yuna und ich genießen die Fahrt - ein wirklich süßes Erlebnis für uns alle.

Kinder unter 6 Jahren fahren übrigens gratis. Wenn es voll ist, dann wird allerdings erwartet, dass das Kind auf den Schoß genommen wird. Die Fahrt kostet 3 EUR pro Person und eine Karte kann direkt beim Straßenbahnfahrer erworben werden. 

 

   

Antiquitätenladen

Auf der Durchreise finden wir einen kleinen Antiquitätenladen, in dem es wahre Schätze zu entdecken gibt. Hach ja, am liebsten würde ich das ein oder andere Stück mitnehmen für die Zeit nach unserer Weltreise. 

Der Ort, in dem sich der Laden direkt an der Hauptstraße befindet: Galamares

 

Azenhas do Mar

Wie oben geschrieben befindet sich unsere Unterkunft für die Zeit in Azenhas do Mar - ein Dörfchen an der Küste nicht weit entfernt von Sintra. Hier her zieht es viele Touristen, denn von den Klippen aus hat man einen grandiosen Blick über den Atlantik, den Naturpool am Strand und die weißen Häuschen am Hang.

   

    

Wir haben eine der 5 Wohnungen der West Coast Design and Surf Villas gemietet. Die Einrichtung ist ein Traum, die Lampe im Wohnzimmer hat es mir besonders angetan. Der Blick auf die Bucht und das Meer ist ebenfalls traumhaft schön.

Wenn ihr jedoch mit Kindern und nicht nur zu zweit reist, würde ich rückblickend empfehlen, eine der größeren Wohnungen zu mieten.

              

Da unsere Wohnung doch kleiner als gedacht ausfällt und eine der unteren Wohnung frei ist, mieten wir diese für die Woche dazu, in der meine Freundin Caro uns besuchen kommt. Ihre Wohnung ist ein bisschen anders geschnitten, aber genauso stilvoll eingerichtet.

        

Unser Fazit: Azenhas do Mar ist traumhaft schön und die Klippen einmalig. Die Restaurants jedoch recht teuer. Azenhas do Mar ist ein bisschen wie das portugiesische Sylt.

 

Cabo da Roca und Leuchtturm

Cabo da Roca stellt den westlichsten Punkt des portugiesischen Festlandes und damit auch Europas dar. In einer Höhe von 140 Metern über dem Meeresspiegel hat man von hier aus einen gigantischen Blick über den Atlantik. Außerdem gibt es einen rot-weiß gekachelten Leuchtturm.

   

Strände

Es gibt in der Umgebung eine Vielzahl von Stränden. Die Landschaft ist einfach irre vielfältig. Steilküsten, Sandstrände, Felsen, Dünen ... es gibt so viel zu entdecken und die Westküste Portugals ist einfach traumhaft schön.

Im Folgenden habe ich euch ein paar Stände zusammengefasst, an denen wir während unserer Zeit in Azenhas do Mar waren. Alle sind nicht weit entfernt und liegen zwischen Sintra und Cascais.

Praia Do Guincho

Ein Sandstrand umrahmt von Felsen, Dünen und mit strahlend blauem Meer vor der Nase. Hier waren wir ein paar Mal, denn zwischen den Felsen finden wir ein windgeschütztes Fleckchen und können die Februarsonne in vollen Zügen auskosten. Meine Highlight: der Sonnenuntergang am Meer - immer wieder so besonders.

       

Praia das Maçãs

Hier kommt man mit der Retrobahn, siehe oben, an. Der Strand ist leider nicht der sauberste, aber dennoch wunderschön. Auch hier gibt es Dünen, kleine Strandbars und einen tollen Spielplatz, auf dem wir oft eine Abendrunde drehen.

Cresmina-Düne

Die Cresmina-Düne erstreckt sich über 66 Hektar und ist Teil des Guincho-Oitavos-Dünensystems und gehört zum Naturpark Sintra-Cascais. Dieses Dünensystem gilt als ziemlich einzigartig und ist wirklich beeindruckend schön. Außerdem gibt es einen langen Sandstrand.

      

 

Markt

Auf dem Weg nach Cascais entdecken wir an einem Wochenende einen kleinen Markt. Stände reihen sich entlang der Straße. Einheimische verkaufen Obst, Gemüse, Käse, selbstgemachte Marmelade, Eingelegtes, Gewürze und allerlei Künstlichkeiten. Mein Highlight: die Kokos Natas vom Backwagen. Einfach himmlisch gut! Außerdem gibt es einen Ministand, an dem eine ältere Dame viele verschiedene selbstgemachte Marmeladen verkauft. Die sind so köstlich - unbedingt eindecken!

Addresse: Rua de Santo André, 2705-356 Colares

   

Ericeira

Zwei Mal besuchen wir Ericeira, ein Küstenort etwa 36 km (Luftlinie) nordwestlich von Lissabon entfernt. Ericeira ist besonders für seine Surfspots bekannt, war bereits häufig Schauplatz internationaler Surfwettbewerbe und trägt seit 1985 die ASP-Weltmeisterschaften (WQS) aus. Deshalb gibt es hier eine Vielzahl von Surfshops, Verleihen und Surfschulen. 

Jetzt im Februar ist es hier eher ruhig und wir schlendern durch die kleinen Gassen. Mir gefällt das Örtchen und wir lassen uns am Strand vom Wind durchpusten und schauen den Surfern beim Wellenreiten zu.

Außerdem kaufen wir uns Natas im Café Salvador - sehr zu empfehlen.

Adresse: R. Dr. Eduardo Burnay 35, 2655-329 Ericeira

   

  

 

 

Ein Tagestrip nach Lissabon 

Eine Woche verbringt meine beste Freundin Caro bei uns in Azenhas do Mar. Da liegt es auf der Hand, einen Mädelsausflug nach Lissabon einzubauen. Hier geht's zu meinem Blogpost über Lissabon mit Tipps zum Bummeln, Essen und Entdecken.

 

Unser Fazit

Die Westküste Portugals ist einmalig schön! Ich würde behaupten, hier gibt es für jeden etwas zu entdecken. Auch wenn das Wetter eher feucht und teilweise recht ungemütlich war, hatten wir auch warme Sonnentage dazwischen. Ich kann die Reisezeit trotzdem empfehlen, da es einfach noch nicht so voll ist, und wir deshalb alles in Ruhe entdecken und auskosten konnten. 

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